









Das MINT-Zentrum Hirschaid entstand durch den Umbau eines ehemaligen BayWa-Getreidespeichers sowie den Neubau einer Veranstaltungsarena in Holzbauweise. Ziel des Projekts war es, einen nachhaltigen Lern- und Begegnungsort für Kinder und Jugendliche im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) zu schaffen.
Der ehemalige Getreidespeicher wurde ressourcenschonend weitergenutzt und energetisch saniert. Vorhandene Bauteile aus Beton blieben erhalten und wurden bewusst in das Gestaltungskonzept integriert. Ergänzt wurde der Bestand durch eine elliptische Veranstaltungsarena in Holzbauweise mit Strohdämmung. Für die Dämmung kamen rund acht Tonnen Stroh zum Einsatz, die in vorgefertigte raumhohe, mit unterschiedlichen Radien ausgeführten Holzbauelemente eingeblasen wurden. Das Kleid des Baukörpers bildet eine lasierte Lärchenschalung während im Inneren eine weiß geseifte Fichtenverkleidung den Raum fasst.
Die Form der Arena setzt einen bewussten Kontrast zum bestehenden Speichergebäude. Gleichzeitig ermöglicht die elliptische Geometrie eine flexible Nutzung für unterschiedliche Veranstaltungsformate. Die Anforderungen an Statik, Brandschutz, Akustik und Bauphysik konnten im Holzbau wirtschaftlich und funktional umgesetzt werden was nicht zuletzt dem hohen Vorfertigungsgrad und der Modulbauweise geschuldet ist wodurch die Bauzeit erheblich verkürzt werden konnte.
Eine Grundwasserpumpe, thermische Speicher für Heizen, Kühlen und Strom sowie Photovoltaik auf den neu errichteten Dachflächen ermöglichen einen klimaneutralen Betrieb des Gebäudes.
Das Projekt verbindet Bestandserhalt, nachhaltige Bauweise und neue Nutzungsmöglichkeiten. Mit der Eröffnung des MINT-Zentrums Anfang 2025 entstand ein außerschulischer Lernort, der gleichzeitig beispielhaft zeigt, wie Holzbau und klimaneutrale Materialien im öffentlichen Bereich eingesetzt werden können.